Von Unfällen, Kaffee und Auszeiten

(Mama-) Auszeiten. Ganz schön wichtig. Merke ich immer wieder und kommt doch oft viel zu kurz. Wie macht Ihr das? Was gönnt Ihr Euch, um aufzutanken? Ich habe ja gedacht, wenn die Kinder dem Babyalter entwachsen sind, hätte ich wieder mehr Zeit für mich. Irgendwie spüre ich das aber nicht. Nicht, dass die Kinder die rund um die Uhr Betreuung brauchen wie Säuglinge. Die Bedürfnisse sind andere. Aber doch nicht zu unterschätzen. Mittwoch war wieder so ein Tag.

Es gab bereits ohnehin einige Punkte auf der Tagesliste abzuarbeiten. Vorrangig deshalb, weil ich nachmittags das Auto brauchte. Also bringen wir die Kinder, ich den Mann zur Arbeit, dann geht es weiter zum Einkaufen. Wenn ich das Auto schon mal habe. Und mittwochs ist eh ein guter Tag dafür. Zum Discounter wollen die meisten ja donnerstags. 😉

Ich hatte das Auto, wieder zu Hause, kaum ausgepackt als mich der Kindergarten anrief. Schnittverletzung der Tochter. Bitte vorbeikommen. Daraus wurde dann schnell ein Arztbesuch mit beiden Kindern, weil der Sohn partout nicht alleine in der Gruppe bleiben wollte. Wie das so ist, mit ungeplanten Arztbesuchen. Man wartet. Geduldig. Schließlich hat man ja keinen Termin. Immer noch besser, als mit dem tapferen, aber doch verschreckten Kind gleich ins Krankenhaus zu fahren.

Irgendwann hatten wir es geschafft. Die Tochter ist um drei Klammerpflaster reicher, ich habe mal wieder die geerdete Gelassenheit unserer Kinderärztin bewundert und innerlich den Kopf geschüttelt über Eltern, mit denen wir das Wartezimmer geteilt haben. Da es mittleweile auf Mittag zuging und die Kinder nichtmal Zeit für ihre Brotzeit im Kindergarten hatten, sind wir ins nahe gelegene Einkaufscenter gefahren, um etwas zu essen.

Schließlich hatten wir nachmittags ein „Date“ mit Jolinchen, dem Drachenkind. Ein kurzes Figurentheaterstück der AOK im wunderschönen Neuhaussaal in Regensburg. Das wollten wir uns ungern entgehen lassen. Wo sonst kann man soo viel Kronleuchter auf einen Schlag sehen? 😉

Die Kinder hatten Spaß, es wurde kurzweilige Unterhaltung geboten und am Tollsten war wohl, dort Freunde aus dem Kindergarten zu treffen. So nutzten wir anschließend die herbstlichen Sonnenstrahlen dazu, die mittlerweile sechs Kinds mit einem Eis in der Hand rennend durch den bereits trockengelegten Springbrunnen auf dem Bismarckplatz rumtoben zu lassen.

Später sind wir noch zu fünft in die nahegelegene Buchhandlung weitergezogen. Ein wirklich schöner Ausflug, der viel länger als geplant war, aber trotzdem genau so gepasst hat. Irgendwann wurden dann die Rufe nach Durst so laut, dass ich mit meinen beiden Räubern noch in eine Coffeehouse Kette gestolpert bin und wir uns eine Kaltgetränk-Auszeit vom Trubel gönnten. Saftschorle aus Strohhalmen schlürfend lassen sich Reservetanks schließlich gut wieder auffüllen.

Gar nicht viel später als sonst haben wir dann den Papa von der Arbeit abgeholt. Der einzige Unterschied war nur, dass wir wirklich den ganzen Tag unterwegs waren. Zur Folge hatte das jedoch, dass ich knitterkaputt um 22 Uhr im Bett lag…

Wie anstrengend der Alltag manchmal doch ist, übersehe ich gerne. Schließlich gibt es immer noch unendlich viel zu tun, wenn die Kinder dann mal im Bett sind. Das geht ohne Auszeiten oder Rituale nur für mich aber nicht lange gut. Nur eine wache Mama ist eine gut gelaunte Mama. Und so setze ich verstärkt auf Ruheinseln, Miniauszeiten und Rückzugsmöglichkeiten im Alltag.

Lange hat es gebraucht, aber mittlerweile setze ich so einfach Dinge durch, wie die Tür beim Toilettengang abzuschließen. Eine Tasse Kaffee am Nachmittag, die ich wirklich in Ruhe trinke. Auch der tägliche Gang zum Kindergarten, um die Käfer abzuholen ist Zeit zum Durchatmen. Auch wenn ich mich oft genug noch zwingen muss dabei wirklich abzuschalten und nicht noch sämtliche Planungspunkte der Woche im Kopf durchzugehen. Jetzt im Herbst mag ich total das nachmittägliche Sonnenlicht – sofern die Nebel sich mal verzogen haben. Da darf die Kaffeetasse dann auch mal mit in den Garten. Denn Natur, Stille, Grün ist tatsächlich immer noch die beste Abschaltautomatik bei mir.

Was macht Ihr, um dem turbolenten Alltag – egal ob mit oder ohne Kind – eine Pause aufzuzwängen? Gibt es Rituale, die entschleunigen? Oder Kraft geben?

Hüpft häufiger durch Pfützen!
~ Sandra

8245 lady comet mialuna

Schnittmuster: Lady Comet von mialuna. Bis einschließlich 29.10.2017 um 20% reduziert im Shop. Das Schnittmuster wurde mir im Rahmen des Designnähens kostenlos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür an Maria und das Team.

Stoff: Herrlichster Hamburger Liebe Jacquard „Tree Top“ von Albstoffe – und ich weiß nicht mehr wo ich ihn bestellt habe… Vielleicht liest ja jemand mit, der mir auf die Sprünge helfen kann…

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Ein Gedanke zu “Von Unfällen, Kaffee und Auszeiten

  1. Ja. Das Ist wichtig. Sich selbst wichtig zu nehmen und achtsam zu sein. Sonst verliert Frau sich. Meine sind mittlerweile 8,5 und fast 13 Jahre und ich sollte meinen, das mehr Zeit da Ist, aber manchmal hat es was mit Moor. Man sieht Stellen, Löcher und beim 2. Blick dorthin sind diese geschlossen. Ich merke dann das meinemeine meine Nerven blank sind und das das Leben als Mutter nur bedingt planbar Ist, da es sich gerade bei Kleineren schnell ändert. Ich versuche nie am Limit zu sein, denn meist kommt noch was dazu…unerwartet krankes Kind zB oder kleine Unfälle, verpasste Termin. Die Jacke gefällt mir sehr.

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