München, Mut & Meerjungfrauen

Ende Mai ist die große Tochter fünf geworden. Es gab wie gewünscht eine Meerjungfrauenparty. Ein Wunsch, der mich ähnlich überrascht hat, wie die Auswahl der Gäste. Neben zwei ganz alten Lieblingsfreundinnen wurden vier Mädels eingeladen, die uns noch nie zuvor besucht hatten. Eine mutige Entscheidung, wie ich finde. Ich konnte jedenfalls überhaupt nicht einschätzen, ob diese Einladungen nicht eine Absage nach der anderen hagelt. Aber auch hier habe ich mich getäuscht und es wurde ein wirklich schönes Gartenfest mit Magie, Sonne und Wasserwelt Kratzbildern.

Eine unserer mittlerweile kleinen Familientraditionen ist es, gerne Erlebnisse zu verschenken. Da haben wir alle etwas von. Nämlich gemeinsame Zeit, die im Alltag leider viel zu oft zu kurz kommt. Und Erinnerungen, die so wertvoll sind und nur ein bißchen Raum im Herzen einnehmen, ohne über sie im dunklen Zimmer stolpern zu müssen 😉 Und was könnte zu einem Meerjungfrauen Geburtstag besser passen als ein Unterwasserweltbesuch. Dieser ließ uns letzte Woche zu Viert ins Münchner SeaLife fahren.

Freitags, Brückentag. Ein guter Reiseterim? Nachdem wir in den letzten Tagen bereits einmal vor zu vollen Toren standen und spontan Alternativprogramm finden mussten, waren wir zwar skeptisch, als wir starteten, was sich aber schnell als völlig unnötig erwies. Wenn die Autobahn frei ist, ist man wirklich fix von Regensburg in München. Gemütlich im schattigen Parkhaus am Olympiapark geparkt, standen wir auch bald vor dem Aquarium und waren dann doch überrascht, dass es null komma gar keine Warteschlange am Einlaß gab.

Kurz haben wir überlegt, ein „Activity Pack“ für die Tochter zu kaufen, um den Besuch etwas kurzweiliger zu gestalten, haben uns dann aber doch dagegen entschlossen. Noch ist der Unterhaltungsfaktor bei solchen Angeboten mäßig, wenn Mama und Papa noch alle Aufgaben und Infos vorlesen müssen. Aber wir haben einen kostenlosen Stempelpass mitgenommen. So hatten wir zumindest am Ende jedes Bereichs eine Aufgabe und eine schöne kleine Erinnerung fürs Fotoalbum.

Im ersten Abschnitt, den heimischen Gewässern Donau und Isar, konnten wir uns langsam an das Unterwasserleben gewöhnen. Dem Sohn fiel gleich im zweiten Flußabschnitt die versunkene Getränkekiste auf, die er mit der Feststellung quittierte: „Schau mal, eine Kiste. Wenn die Fische mal Durst haben.“ 🙂

Bald schon wurde es aber auch deutlich bunter in der Unterwasserwelt. Faszinierend finde ich immer wieder den „Schwarmring“, in dem die Barsche flink im Kreis umher schwimmen. Ein Schauspiel, bei dem man herrlich Abschalten kann. Ganz besonders, wenn praktisch kein anderer Besucher Sicht und Stille stört und man alleine ist mit Luftblasen und Fischen.

Der Aufenthalt selbst war wirklich kurzweilig. Wir kamen gerade rechtzeitig zur Fütterung der Störe und Karpfen, die zum Teil echt riesig waren. Allerdings hat die Tochter vor etwa 3 Jahren bei ihrem ersten Besuch deutlich mehr Geduld als der Sohn heuer. Ihm war schnell langweilig und das gedämpfte Licht gefiel ihm nicht. Das Interesse an den Fischen flaute bei dem beinhahe Dreijährigen schnell ab. Keine Chance auf lange Auszeiten am Mittelmeerbecken, weil strahlende Kinderaugen völlig fasziniert von den „fliegenden“ Rochen sind. Einzig das Sandboot, in dem man mit Hilfe eines Siebes eine Perle finden kann, bildete eine Ausnahme. Hier saßen wir wirklich lange. Nicht, weil es so interessant war etwas zu finden. Sondern einfach aus der Tatsache heraus, dass man sieben konnte – und gut unterhalten wurde.

Sehr positiv sind mir übrigens die durchweg freundlichen Mitarbeiter aufgefallen. Jede noch so kleine oder außergewöhnliche Frage der Kinder wurde ernst genommen und geduldig beantwortet. Es wurde Mut gemacht vielleicht doch mal die „Strandfunde“ zu ertasten, schleifpapierartige Haihaut zu berühren oder der Frage auf den Grund zu gehen, warum Kiwis in einer Schüssel schwimmen und in einer anderen untergehen. Auch am Ozeanbecken voller Haie, Einhornfischen und einer riesigen Meeresschildkröte wurde gut gelaunt beschrieben und erklärt. So wissen wir nun zum Beispiel, wie alt Gonzales ist, nachdem wir uns alle komplett verschätzt haben.

Trotzdem hat sich die Aufregung der Kinder an den Tagen zuvor gelohnt. Für uns war der Tag ein toller Abschluß einer wirklich schönen gemeinsamen Pfingstwoche. Eintauchen in eine völlig andere Welt, das gibt es ja nicht oft. Und anschließend konnten wir so gar noch die zögerliche Sonne im Olympiapark genießen. Ein Ausflug dorthin lohnt

Nun sind wir selbst schon gespannt, was die Sommerferien mit sich bringen werden.

Genießt die Sonnenstunden und die Zeit mit Euren Lieben.


Schnittmuster: Pausenfüller der Zuckerwolkenfabrik in 98 und 110 (selbst zum Kleid verlängert)
Stoffe: pinker Paisley Stars von lillestoff (schon älter) aus dem Glückpunkt Shop; blaugrüne Haie waren ein Spontankauf bei Altmann Stoffe vor Ort.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s