Ja-Sager, Kollegen & eine Meerjungfrau

Zwölf Tage ist es her, dass der letzte Blogpost erschienen ist. Zwölf Tage, die nicht lang, und doch voller Erlebnisse waren. Noch mehr Ferientage, noch mehr Sommer, ein bißchen Herbst, aber auch der langsame Start ins neue Kindergartenjahr für die beiden Käfer. Und – wir haben unser kleines großes Familienglück komplettiert. Nun muss meine Tochter mir nicht mehr ihren Nachnamen ausleihen, nun haben wir alle den gleichen Familiennamen.

Hochzeitsgeschenk von Gemeinde und KollegenHochzeit machen ist wirklich schön. Auch wenn es um einiges größer wurde, als wir uns das vorgestellt hatten. Letztlich ging es uns eigentlich beiden nur um die Unterschrift auf dem Dokument. Ohne großes Aufheben. Ich muss noch immer schmunzeln, wenn ich an die Befragung der Beamtin aus dem Bürgerbüro im Vorfeld denke. 🙂

Welchen Termin hätten Sie denn gerne? – So schnell, wie möglich. Gerne unter der Woche.
Werden Sie Trauzeugen mitbringen? – Nein.
Wie viele Gäste werden Sie haben? – Nur unsere beiden Kinder.
Werden Sie Ringe austauschen wollen? – Nö.
Wollen Sie nach der Unterschrift mit einem Sekt anstoßen? – Nein.
Es gibt die Möglichkeit, ein Stammbuch für die Eheurkunde zu erwerben. – Das ist nicht nötig. Danke.
Kommen Sie denn festlich gekleidet? – Das wissen wir noch nicht genau. Ein Brautkleid trage ich sicher nicht.
Haben Sie einen Wunsch, welcher Standesbeamte Sie trauen soll? – Nein. Sie werden alle Ihren Job gut machen.

Ja. Und dann machten wir uns eines Dienstags auf den Weg zum Rathaus. Alle vier doch ein bißchen schick gekleidet. Und das, obwohl wir bereits um  9:00 Uhr unseren Termin hatten. Der Bürgermeister, mit Amtskette und Anzug, führte uns in den festlich geschmückten Sitzungssaal mit weißen Blumen und Kerze. Damit hatte ich nicht gerechnet und mein Herz setzte für einen Moment aus. Jetzt wurde mir auch klar, warum eine gewisse Vorlaufzeit von Nöten war. 🙂 Wir nahmen zu viert Platz vor dem Bürgermeister, der uns durch seine Offenheit eine große Portion Nervosität nahm. Schön fand ich, wie ernst er die beiden Kinder die ganze Zeit genommen hat, die natürlich auf unserem Schoß herumturnten und wenig Interesse daran hatten, auf ihren eigenen Stühlen zu sitzen. Das Ja-Wort gaben wir uns dann gewissermaßen zu viert. ❤ Und ich war sehr froh über den Hinweis, dass ich die Eheurkunde mit dem neuen Namen unterschreiben sollte 🙂 Hätte ich mal besser vorher geübt.

BrautstraußAuf dem Rückweg vom Sitzungssaal sahen wir dann, dass unser Ausflug doch nicht ganz so heimlich stattgefunden hatte, wie wir uns das vorgestellt hatten. Die Kollegen des Liebsten hatten sich vor dem Rathaus eingefunden mit Gummibärchen für die Kinder, Rosen für mich und einem Wein für den Mann. So wurden wir nun doch noch mit herzlichen Glückwünschen im Ehestand willkommen geheißen. Genau das, was wir eigentlich vermeiden wollten. Und trotzdem war es eine wirklich sehr sehr sehr schöne und gelungene Überraschung. Und unseren Sekt haben wir so auch noch bekommen.

Mit einer kurzen Verzögerung verfolgten wir im Anschluß dann doch noch unseren Plan, erstmal vernünftig zu frühstücken, weil das natürlich bei all den Vorbereitungen auf der Strecke geblieben ist. Und so gab es dann bei unserem Lieblingsbäcker den zweiten Sekt, eine improvisierte Vase für den plötzlich entstandenen Hochzeitsstrauß und die Möglichkeit innerhalb von 22 Stunden zwei Wunschtorten für die Überraschungskollegen zu bekommen. Nachdem die Kinder auch fleißig gefühlt allen Gästen, zumindest aber wohl sämtlichem Personal erzählt haben, dass die Mama heute eine Braut ist, wurde die Runde der Gratulanten noch etwas größer. Schon interessant immer wieder, diese Begegnungen mit den Menschen. 😉

BlumenmädchenDer nächste Plan war, zur Wolfgangseiche zu fahren. Eine riesige uralte Eiche, die auf 1.000 – 1.200 Jahre geschätzt wird. Hier soll der heilige Wolfgang vor rund 900 jahren „stimmgewaltige Predigten“ gehalten haben. Für uns einfach ein Ort, der Alter symbolisiert. Verwurzelung. Staunen über die eigene Winzigheit. Ein Ort, an dem wir unsere ganz persönlichen Hochzeitsfotos machen wollten. Ohne Fotograf. Mit Stativ und Selbstauslöser. – Auch wenn im Nachhinein betrachtet der Fernauslöser vielleicht eine Idee gewesen wäre, über die wir intensiver hätten nachdenken können. 😀 So wurden die Aufnahmen sportlicher als gedacht, herrlich unperfekt und gerade deshalb einfach nur total „WIR“. MeerjungfrauDie Kinder schwankten abwechselnd zwischen völliger Unlust wegen Sonne und Hitze, totaler Aufgeregtheit und ebenso verständlicher Müdigkeit. Die Elfentochter sah es als ihre große Aufgabe an, die Blumen am liebsten ständig von einer Stelle zur nächsten zu Tragen. Der Zwergerlsohn hat erstaunlich viel davon mitbekommen, dass irgendetwas ganz arg anders war, und hat mich dann auch gleich mal zur Meerjungfrau erhoben, als ich so „drapiert“ auf der Wiese saß.

Ich hätte nie gedacht, dass Hochzeitsbilder so einen Spaß machen können. Auch wenn es „nur“ die kleine Version war. Nachdem der Papa fleißig sportlich mehrfach zwischen Kamera und Fotoaufnahmeort hin und her gespurtet ist, wollten die Kinder natürlich auch irgendwann. Ich will gar nicht wissen, wie viele Bilder es gibt, auf denen ich ganz alleine irgendwo in der Gegend stehe. Oder wir darauf warten, dass Spaziergänger und Fahrradfahrer den Weg auf dem Foto wieder frei machen. Und weil ich mich  nicht entscheiden kann, welche Fotos ich am schönsten finde, zeige ich Sie Euch nun einfach alle.

Den Rest des Tages verbrachten wir zu Hause – mit Telefonaten, um die Familie über die neuen Ereignisse zu informieren, mit Ausruhen von all der Anstrengung und gemeinsamer Zeit, nun „richtig“ zu viert. Als dann doch irgendwann der Hunger das Ruder übernahm, haben wir uns spontan für außerhäusige Pizza (Tochterkind), Kuchen (Minisohn) und Fladenbrote entschieden. Bei Espresso und Plundergebäck konnten die Kinder dann draußen toben und wir in Ruhe nochmal den Tag Revue passieren und ausklingen lassen.

Wenn man nichts erwartet, sich um nichts und niemanden außer sich selbst  kümmern muss, hat man mehr Zeit, um den Moment genießen zu können. Und das haben wir heute mehrfach. Eine etwas andere Heirat. Aber eben genau UNSERE. Und damit Freunde und Familie nicht völlig zu kurz kommen, wird es auch noch ein „richtiges“ Fest geben. Eine kirchliche Trauung mit „richtiger“ Feier. Bis dahin sammle ich noch fleißig Ideen, wie das dann aussehen kann. Ohne Stress. Mit Glücksmomenten für alle.

Nehmt Eure Lieben in denn Arm und sagt Ihnen, dass Ihr glücklich seid, dass es sie gibt. ❤

Sandra

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9 Gedanken zu “Ja-Sager, Kollegen & eine Meerjungfrau

  1. Schöne Bilder, die glückliche Menschen zeigen. Strahlende Menschen, die einen unvergesslichen Tag hatten. Ja, wichtig bei Hochzeiten vor allem der eigenen dich selbst nicht zu verlieren. Ein wunderbarer Start in Euer Leben als Ehepaar! Alles Gute und viele gemeinsame Jahre! Glücklich sollen die sein.

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  2. Hallo Sandra, da ich die letzten Monate mehr oder weniger offline war, habe ich erst jetzt Deinen Post über Eure Hochzeit lesen können. Nachträglich alles Liebe und Gute für Euch!
    Ich musste gerade beim Lesen schmunzeln. Unsere Hochzeit im letzten Jahr war sehr ähnlich (auf das Standesamt bezogen). Einfach nur unsere kleine Familie. Die beste Entscheidung ever.
    Liebe Grüsse
    Melanie

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    • Wir freuen uns auch jetzt noch über Glückwünsche 😉 Ich würde es auch immer wieder genau so machen. Die Große schwärmt noch immer davon und hier wird fast täglich „nachgeheiratet“. Entweder sie und ihr Bruder, oder die mittlerweile große Sammlung an Playmobil Frauen in langen Kleidern irgendeinen – am liebsten bärtigen – Playmo Mann aus dem Fundus 🙂

      Ich schicke Dir eine dicke virtuelle Umarmung liebe Melanie. Das Offlineleben ist so viel wichtiger als das, was online passiert :-*

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