Sweatjacke, Trageeinsatz & ein Lieblingsteil

Jetzt ist der Januar schon wieder rum und ich habe Euch  noch gar nicht mein Lieblingsprojekt des vergangenen Jahres gezeigt… Lieblingsprojekt, weil ich das Ergebnis liebe und fast täglich trage. Manchmal ist es ganz gut, wenn vor Beginn einer Näharbeit nicht weiß, wie zeitintensiv das wird 😉

Hooded-Baby-Jacket Gr. 74 für Kid5 - Mai 2015Ich habe eine Jacke genäht… Nicht die erste, aber die erste für mich. Ein Projekt, das definitiv Zeit braucht, aber unglaublich lohnenswert ist. Ich habe bei facebook die Schemazeichnung der „Arja“ gesehen und mich sofort verguckt. Soll es ja geben. Zudem wußte ich auch noch ziemlich schnell, wie meine Kuscheljacke aussehen sollte. Im Mai hatte ich dem Laufkäfer ein Kapuzenjäckchen gemacht und seitdem hat mich diese Farbkombi nicht mehr losgelassen. DAS wollte ich auch unbedingt und als Sophie mich auch noch in ihr Nähteam geholt hat, konnte ich es endlich umsetzen.

Stoffkombi und Zubehör waren schnell gefunden. Doch dann: der Schnitt wollte angepasst werden. Ausgangsgrundlage war das Maß des Brustumfangs. Als ausgehende Stillmama ist da mehr vorhanden als üblich, so dass ich größer nähen musste, als gewöhnlich. Zumindest im oberen Teil. Wie man Hüftweite und fehlende Körperlänge anpasst und wie die Brustabnäher dann wiederum versetzt werden müssen, ist in der Schnittanleitung wunderbar erklärt und klingt weit komplizierter als es ist.

Arja Näähglück magicienne 8414Puh, erste Hürde geschafft. Der Zuschnitt ging dann vergleichsweise schnell. Das Nähen hat dafür wieder eher lange gedauert.  25 Schnitteile sind doch eine Hausnummer, die weit höher liegt, als alles, was ich bisher gemacht habe. Und dann werden auch noch viele Nähte abgesteppt, so dass man einige Strecken gleich mehrfach näht. Aber, es hat sich gelohnt. ❤ Dem Ergebnis sieht man an, wie durchdacht der Schnitt ist. Lässig und trotzdem tailliert. Varianten mit Kapuze oder „nur“ Kragen. Hätte man mir vor einem Jahr gesagt, dass ich so ein Projekt selber nähen werde, hätte ich es nicht geglaubt.

Die Versuchsjacke aus kuscheligem Alpenfleece ist einfach wunderbar geworden und wird praktisch nicht mehr ausgezogen. Ich habe den wunderbaren „Moss Path“ schon soooo lange hier liegen, aber er hat nun wirklich seine Bestimmung gefunden. Und weil mir grau alleine dann doch zu schlicht war, für meine Lieblingsjahreszeit, wurde mit ganz viel orange aufgepeppt. Und tatsächlich ist so ein Kleidungsstück entstanden, auf das ich mehr als einmal angesprochen wurde.

Paspelband ist immer öfter ein „Muss“ bei mir. Ich mag die Optik einfach. Und auch das Vernähen hat wunderbar geklappt, trotz der wilden Mischung von elastischem Stoff und dem unelastischen Biesenband. Die Reißverschlüsse durften ebenso Farbe bekennen, wie Bündchen und Einfaßstreifen entlang der Kapuzennaht.

Die geplante zweite Jacke aus Sweat stand dann unter einem nicht mehr ganz so günstigen Stern. Erst eines, dann beide Kinder krank, dazu mal wieder ein völlig unruhiger, zahnender Laufkäfer, der auch abends meist meine ganze Aufmerksamkeit und vor allem Nähe brauchte. Kaum ein Wunder, dass der mangelnde Schlaf mir dann auch noch eine dicke Erkältung beschert hat.

So habe ich erstmal von dem überarbeiteten Schnitt nicht viel mehr geschafft,  als abzuzeichnen und zuzuschneiden. Trotzdem kann ich es kaum erwarten, Euch auch meine Sweatversion zu zeigen, die ich vermutlich zur Hausjacke erklären werde. Oder dann fleißig in den nicht mehr ganz so lauen Sommernächten nutze. Denn auch jetzt trage ich nur die zugeschnittenen Stoffteile immer brav in meiner „Arbeitskiste“ von einem Nähplatz zum nächsten mit.

Während des ganzen Nähens begleitete uns in der Gruppe immer wieder auch die Frage nach einem Trageeinsatz. Wunderbar! Das wollte ich natürlich auch probieren. Zumindest hin und wieder lässt sich der Sohn ja doch noch tragen. Und auch hier war in dem Prototyp bereits wieder an so unglaublich vieles gedacht… Mein einziges Problem: vor Ort einen komplett identischen Reißverschluß zu finden, der zu dem in der genähten Jacke passt. Dabei waren erstaunlicherweise nicht die „Zacken“ das Problem, weil ich bei der Jacke bereits auf bewährte YKK Zipper gesetzt habe, sondern meine Farbwahl. Es war schlichtweg nicht möglich innerhalb von ein paar Tagen in Summe vier Reißverschlüsse derselben Länge und FARBE zu bekommen 😀 Eine Odyssee…. Aber ich habe eine Lösung gefunden. Und obendrein auch noch ein paar zusätzliche Spielereien, wie dieses wunderbare Band mit Reflektorstreifen, das den grauen Zipper überdeckt 😉 Und selbst die Gummikordel für den Tunnel im Nacken des Trageeinsatzes passt farblich zum Rest ❤

Arja Näähglück magicienne 8429Ich bin je nach Wetter jeden Tag zu Fuß oder mit dem Rad draußen, um die Tochter vom 2,4 Kilometer entfernten Kindergarten abzuholen und diese Jacke begleitet mich seit November täglich. Zunächst „solo“, lang genug um auch auf dem Rad nicht zu frieren, mit einem vernünftig hohen Kragen, so dass nirgendwo mehr der Wind reinpfeift wo er nicht hingehört. Dann mit Regenjacke kombiniert (ich brauche DRINGEND eine in orange!) und zuletzt unter der Winterjacke. Besser kann man garnicht gewärmt werden: Carrier mit Sohn vor dem Bauch, Jacke mit Trageeinsatz drüber und gegen die fiese Kälte von hinten die offene Winterjacke darüber. EIN TRAUM!!! Sowas hätte ich bereits bei der Großen gut gebrauchen  können!

Im Übrigen lässt sich der Trageeinsatz auch solo nähen. Sofern man einen passenden Reißverschluß für die bereits vorhandene Lieblingsjacke findet, kann auch speziell daraufhin angefertigt werden. Ist das nicht ein Traum?

So, jetzt aber genug der Worte und ehrlichen Begeisterung. Müssen Eure Lieblingsstoffe manchmal auch so lange auf ihre Bestimmung warten? Oder kauft Ihr nur projektweise in der angegebenen Stoffmenge ein? Welche Farbkombis sind für Euch ein „Must-Have“?

Herzliche Grüße,
Sandra


Schnittmuster: Damenjacke ARJA von Näähglück mit Trageeinsatz MUKSU
Stoffe: Alpenfleece uni und Sterne von WM-Stoffe (2014), Jersey MOSS PATH von Kleewald (2014)
Kurzwaren: Paspelband, Reißverschlüsse,… von AH-Mode und Patchwork

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